So wirst du zum Hobbykoch

Goodbye Fastfood!

Warum solltest du lieber selbst kochen? Dafür gibt es mindestens sieben gute Gründe. Viele davon haben mit deinem Mikrobiom zu tun, denn Fertiggerichte und Restaurant-Food enthalten kaum Ballaststoffe. Aber wie fängst du am besten an? In diesem Artikel gebe ich dir ein paar nützliche Tipps an die Hand.

Im Prinzip gelten die Tipps auch für alle, die bereits gern kochen. Man lernt nie aus, und wer gern kocht, setzt sich auch immer wieder neue Ziele. Diesen Artikel schreibe ich aber vor allem für Menschen, die bisher noch nicht so richtig den Zugang zur Kochkunst gefunden haben. Du glaubst vielleicht, Kochen ist schwierig, langweilig oder Zeitverschwendung. Nichts davon stimmt – wenn du es richtig anpackst.

Ich koche und backe seit meiner Kindheit, und ich habe mich in vielen Jahren von „Wurstnudeln“ (Nudeln mit Ketchup und angebratenen Wiener Würstchen) über die Packerl-Phase(Kochen mit Knorr und Maggi) so nach und nach weiter vorgewagt und würde mich als ambitionierten Hobbykoch bezeichnen. Mittlerweile backe ich sogar mein Brot hin und wieder selbst, immer wenn ich die Zeit dazu finde. Experimentierfreudig war ich schon immer, und Spaß am Kochen hatte ich auch schon immer. Diesen möchte ich auch dir vermitteln, mit ein paar einfachen Tipps. Also – egal auf welchem Level du gerade bist: Schürze angezogen und auf geht’s!

1. Ziel definieren

Für diesen ersten Schritt brauchst weder zutaten noch Zubehör, nur Zeit. Überlege dir, was du eigentlich tun möchtest und von welchem Level du startest.

Überhaupt – was bedeutet „selbst kochen“ eigentlich? Ich denke, jeder Mensch versteht darunter etwas anderes. Wenn du gestern erst von deinen Eltern vor die Tür gesetzt wurdest, weil sie sich einig waren, dass du so langsam auf eigenen Füßen stehen solltest, ist vielleicht das Aufbacken einer Tiefkühlpizza schon „Selbst Kochen“ für dich. Wenn du bisher viel mit Fertigprodukten und „Packerln“ gekocht hast (so nenne ich diese Knorr- und Maggi-Fix-Dinger), dann bedeutet für dich das Weglassen dieser Hilfsmittel, selbst zu kochen.

Vielleicht möchtest du einfach generell mehr frische Zutaten in deine tägliche Ernährung einbauen, einmal deine Freunde bekochen oder auch das neueste Objekt deiner Begierde mit einem leckeren Dinner bei Kerzenschein beeindrucken. Womöglich nimmst du dir vor, zumindest am Wochenende etwas mehr Zeit für gesünderes Essen aufzubringen. Alles davon ist legitim, und jeder kleine Schritt bringt dich ein Stückchen näher zur Natur und weiter weg von industriell und steril gefertigter Nahrung.

Aber Achtung – Wenn du dir am Anfang aber gleich zu viel vornimmst, werden der Spaß und das Erfolgserlebnis wahrscheinlich auf der Strecke bleiben. Den Sprung von Dosenravioli zum zehn-Gänge-Menü mit selbstgemachten Tortellini und flambierten Jakobsmuscheln für acht Personen würde ich dir also lieber erstmal nicht raten.

Deshalb: Setz dir ein realistisches Ziel und vergiss es bei den nächsten Schritten nicht.

2. Playlist generieren

Eines der wichtigsten Dinge beim Kochen ist: Gute Laune!

Die kann einem allerdings schon mal vergehen, wenn man tränenüberströmt ein Pfund Zwiebeln zu winzig kleinen Würfelchen verarbeitet. Zwiebeln sind aber die absolut unverzichtbare Grundlage für alles Leckere, das aus einem Topf kommt. Egal ob ein dampfender Eintopf, eine köstliche Soße Bolognese oder ein herzhaftes Gulasch.

Also – Zähne zusammenbeißen und durch! Bis jetzt habe ich übrigens noch kein wirksames Mittel gegen diesen Tränengas-Angriff gefunden. Falls du eines weißt, lass es mich bitte wissen! In meiner Küche hängt ein Plakat mit dem Spruch: “One day I’m gonna make the onions cry!”

Kochen ist sehr meditativ, und nach einem anstrengenden Tag ist es manchmal auch sehr schön, ganz in Ruhe frisches, knackiges, buntes Gemüse kleinzuschnippeln und einfach abzuschalten. So richtig macht mir das Kochen aber meistens erst mit der richtigen Musik Spaß.

Ich habe verschiedene Playlists – eine „gute Laune“-Liste, eine eher ruhige Liste (auch „Besuch“ genannt, da sie selbigen nicht sofort vergrault), eine Klassik-Liste und sogar Weihnachtsmusik für die Zeit rund ums Fest. Karotten zu Würfeln verarbeiten macht einfach viel mehr Spaß, wenn man dazu mit dem Hintern wackelt und laut mitsingt „Baby got back… (yeah baby)“!

Also, falls du nicht schon eine kochtaugliche Playlist hast, fang doch einfach damit an, dir eine zu generieren.

3. Zubehör einkaufen

Wenn du bisher nur Tiefkühlpizza in den Ofen gesteckt hast, hast du vermutlich noch nicht allzu viel Küchenzubehör. Keine Angst – was man wirklich braucht, hält sich in Grenzen. Ein bisschen Geld musst du aber natürlich schon ausgeben. Es wird sich aber auf jeden Fall lohnen!

Wenn dir jemand weismachen möchte, ohne Thermomixer oder Küchenmaschine könne man nicht leben – vergiss es. Bleib bei den Basics und fange erstmal einfach an. Das Motto dabei ist: Weniger ist mehr, aber die Qualität zählt. Wenn du feststellst, dass dir das Kochen so richtig Spaß macht (und das wird es bestimmt), kannst du dir immer noch diversen Schnickschnack zulegen. Oder du bist bis dahin auch zu der Überzeugung gelangt, dass man das alles als Hobbykoch gar nicht braucht.

Was du aber definitiv brauchst, sind die folgenden Dinge:

Edelstahl-Kochtopf

Kauf dir einen guten Kochtopf mittlerer Größe. Das ist eine Höhe von ungefähr 15cm und ein Durchmesser von circa 20cm. Damit kannst du schon unheimlich viel kochen. Bei Pasta-Gerichten musst du in dem Fall damit leben, dass du die Nudeln zuerst kochst, ins Sieb schüttest und dich dann an die Soße machst. Aber für den Anfang ist das vollkommen in Ordnung. Wenn du etwas mehr ausgeben kannst und möchtest, können es natürlich auch zwei Töpfe sein.

Nimm einen richtig guten Topf, am besten mit Glasdeckel, und achte darauf, dass Deckel und Griffe nicht heiß werden (Das steht normalerweise auf der Verpackung. Meistens halten die Hersteller zwar weniger als sie versprechen, aber es schadet nicht, trotzdem darauf zu achten).

Ein gutes Schneidebrett

Schneidbretter gibt es in allen Varianten von günstig bis teuer. Für den Anfang genügt ein Plastik-Schneidebrett vollkommen. Es muss allerdings ausreichend groß sein(ca. 44x30cm) und fest auf dem Untergrund haften. Verrutschende Bretter sind ein Alptraum – sofort weg damit! Achte also auf eine Gummierung auf der Unterseite.

Eine Saftrinne ist ganz praktisch, damit zum Beispiel beim Schneiden von Grapefruit nicht die halbe Küche unter Wasser gesetzt wird. Und wenn man das Brett nach getaner Arbeit auch noch in die Geschirrspülmaschine stecken kann, ist es perfekt.

Kleinkram

Abgesehen von diesen elementaren Dingen brauchst du noch diversen Kleinkram: Nudelsieb, Allzwecksieb, Sparschäler, Gurkenhobel, Schöpflöffel, Pfannenwender, Salatschleuder. Das sind die Dinge, die mir ganz spontan für die Basic-Küche einfallen. Wenn du deine auserwählten Rezepte durchliest, wird dir vielleicht das eine oder andere mehr auffallen.

Optional: Pfanne

Falls du dich erstmal an Schmortöpfen, Reis- und Pasta-Gerichten versuchen möchtest, kannst du am Anfang auf die Pfanne verzichten. Eigentlich kommt bei mir das Meiste, was ich koche, aus dem Topf oder aus dem Backofen. Für einige Gerichte braucht man als Hobbykoch aber dennoch eine Pfanne: Gebratener Fisch oder gebratenes Fleisch, Pfannkuchen, diverse Bratlinge, und so weiter.
Denn es gibt relativ viele verschiedene Pfannen für verschiedene Zwecke.

Nirgends bruzzelt das Steak oder das Stück Lachs so schön vor sich hin und wird so klasse braun und schmackhaft wie in der Gusseisenpfanne. Allerdings ist sie teuer, sehr schwer und etwas aufwendig in der Pflege.

Eine beschichtete Aluminiumpfanne ist eigentlich für Koch-Anfänger ist das beste Mittel der Wahl. Allerdings verträgt diese in der Regel keine hohe Hitze und muss schonend gereinigt werden. Um Gemüse schonend anzubraten ist sie aber perfekt, und auch der Pfannkuchen klebt nicht so leicht fest. Ideal für Fans von Gemüse und Süßspeisen. Für kurzgebratenes Fleisch ist sie allerdings nicht ideal.

Dann gibt es noch die unbeschichtete Edelstahlpfanne. Sie ist robust und sehr universell einsetzbar, auch für scharfes Anbraten, aber auch nicht ganz Anfänger-kompatibel, da leichter etwas anbrennt.

Die Stahlemaille-Pfanne ist hoch erhitzbar und sehr kratzfest. Leider ist der Antihaft-Effekt nicht ganz so gut wie bei der beschichteten Alupfanne, aber dafür ist sie gerade bei Anfängern vermutlich etwas langlebiger.

Wenn du dir nur eine einzige Pfanne kaufen möchtest, würde ich dir zu einer Stahlemaille-Pfanne oder zur Aluminiumpfanne raten. zu letzterer besonders dann, wenn du vorwiegend Gemüse oder Bratlinge darin zubereiten möchtest.

Gute Kochmesser

Anfänger fangen meistens mit einem dieser winzigen, billigen Messerchen mit Plastikgriff an zu Schnipseln. Auf diese Art erreichst du am Schnellsten, dass dich das Kochen ganz schnell so richtig ankotzt – anders kann ich es nicht sagen. Ein gutes Messer ist das A und O. Am besten natürlich mehrere, aber für den Anfang würde ich dir als angehendem Hobbykoch zu zwei Messern raten.

Die Nummer eins ist ein kleines Küchenmesser, um zum Beispiel den Strunk einer Paprika herauszuschneiden oder Zwiebeln zu schälen. Dieses Messer ist normalerweise nicht sehr teuer.

Das zweite Messer leider schon – aber es ist sein Geld wert. Dafür solltest du mindestens 50€ ausgeben. Es sollte ein richtig großes Kochmesser von ungefähr 29 bis 33 cm Länge sein. Das Messer muss gut in der Hand liegen und du musst es einfach mögen. Wärst du Harry Potter, dann wäre dieses Messer dein Zauberstab. Du musst unter vielen Messern das Richtige finden.

Leider bleibt übrigens auch das teuerste Messer nicht auf Dauer scharf, deshalb wirst du über kurz oder lang auch einen Messerschärfer brauchen. Von Zeit zu Zeit kann ein Messerspezialist die Grundschärfe wiederherstellen.

4 Inspirieren lassen

Eine weitere wichtige Zutat beim Kochen mit Leidenschaft – die Inspiration. Inspiration braucht einfach jeder von uns: Der Hobbykoch in spe, der noch gar nicht so recht weiß, was er nun eigentlich kochen soll, und erst recht ein ambitionierter Feierabend-Koch wie ich, der täglich kocht und immer wieder gern Neues ausprobiert.

Zum Glück ist es nicht schwer, beim Kochen Inspiration zu finden. Ich liebe Kochbücher und schleppe immer wieder mal eins nach Hause. Ich sitze gern auf der Couch und blättere darin. Genauso gern suche ich aber auch Rezepte in verschiedenen Blogs oder in Koch-Portalen wie Chefkoch oder eatsmarter.

Falls du für den Kochbuch-Kauf Inspiration brauchst, kann ich dir natürlich mein eigenes Kochbuch Dinner in the Dark empfehlen (grins), aber davon abgesehen ist mein persönlicher Star im Regal Jamies 15 Minuten Küche von Jamie Oliver. Allerdings – vergiss die 15 Minuten. Ich bin ein routinierter Hobbykoch und brauche in der Regel doppelt so lang. Das macht aber nichts. Wir wollen kein Wettrennen gewinnen, sondern mit Spaß und Hingabe kochen. An speziell diesem Kochbuch mag ich besonders gern, dass immer ein komplettes, leckeres Essen herauskommt, meistens mit einem schönen Salat oder einer anderen Beilage. Etwas nachteilig an Jamies Rezepten ist, dass man meistens unheimlich viele Zutaten braucht, die teilweise nicht ganz einfach zu beschaffen sind.

Die Kochbücher, die über kurz oder lang bei mir ganz hinten im Regal landen, sind solche, bei denen zum Beispiel ein Rezept für Kürbispuffer die Seite füllt und ich mir erst noch überlegen muss, was ich denn dazu essen soll. Natürlich geht das auch. Aber so richtig Lust habe ich darauf meistens nicht. Ich wandle zwar auch Jamies Rezepte manchmal ab (sorry, lieber Jamie), aber die Inspiration ist da und mir läuft schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammen.

Also, suche dir für deine ersten Ansätze (je nachdem welches Ziel du dir gesteckt hast) ein paar schöne Rezepte oder Kochbücher und schreibe dir in Ruhe die benötigten Zutaten auf.

5. Freunde einladen oder den Partner bekochen

Kochen für einen allein macht wenig Spaß, deshalb greifen gerade Singles oft zum Tiefkühlgericht. Allerdings gibt es auch sehr viel einfache und trotzdem leckere Sachen, die du nur für dich alleine kochen kannst. Mach doch einfach mehr davon und friere es portionsweise ein – zwei Klassiker sind zum Beispiel Chili und Bolognese-Soße. Beides schmeckt aufgetaut sehr gut. Und schon hast du beides in einem – ein leckeres, selbst gekochtes Essen und den Zeitvorteil eines Tiefkühlgerichts.

Am schönsten ist das Kochen aber natürlich, wenn man für jemand anderen kocht. Kochen ist wahrscheinlich die Eigenschaft, die den Menschen am Meisten vom Tier unterscheidet. Das anschließende Essen verbinden wir mit Geselligkeit, wir genießen es gern zu zweit oder im Kreis von Freunden oder Familie. Wenn dir also die Motivation fehlt, für dich alleine etwas zu kochen, lade doch einfach ein paar Freunde ein. Wenn du dich gut vorbereitest und vorher etwas übst, wird das bald kein Problem mehr sein.

6 Zeit nehmen und Geduld mitbringen

Kochen braucht Zeit. Ohne diese besondere Zutat geht es auch als Hobbykoch nicht. Je routinierter man ist, desto schneller wird man. Allerdings wirst du auch feststellen, dass du mit der Zeit immer mehr Spaß an ausgefalleneren und aufwendigeren Gerichten haben wirst. Deshalb wird es wahrscheinlich immer so bleiben, dass das Kochen einfach eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Plane einfach mindestens (je nach Rezept) eine Stunde dafür ein, damit das Kochen nicht zum Stress wird, sondern du ganz entspannt bleibst. Ja, eine Dose Ravioli öffnen und in der Mikrowelle warmmachen geht schneller. Aber was dabei herauskommt (brrr), ist auf keinen Fall vergleichbar mit einem schönen, frisch gekochten Essen (eher mit dem Chappi von Spike).

Lies zuerst in Ruhe das gesamte Rezept durch. In Dinner in the Dark habe ich versucht, meine Rezepte so chronologisch wie möglich zu halten und auch die Zutatenliste in derselben Reihenfolge zu ordnen. In etlichen Rezepten ist das aber nicht der Fall. Ich “liebe” es, wenn mitten im Rezept und während ich bereits beim Kochen bin, ein Schritt auftaucht, den ich vorher oder an besten gleich am Vortag hätte durchführen sollen.

Leg beim Schnippeln deine Lieblingsmusik auf(siehe Playlist) und arbeite ruhig und entspannt vor dich hin, ohne die Geduld zu verlieren. Am Anfang rate ich dir, erst alle Zutaten bereitzustellen und sie dann alle zu zerkleinern, schälen, waschen, und so weiter, bevor du mit dem eigentlichen Kochen beginnst. So wie du es bei Lafer in der Kochsendung siehst, nur dass Herr Lafer vermutlich nicht selbst schnippelt.

Ich mache das meistens parallel, ich schneide Zutat B während ich Zutat A schon anbrate. So ist auch mein Kochbuch aufgebaut. Wenn man das aber nicht gewohnt ist, artet es in Stress aus. Und den wollen wir nicht in der Küche haben.

7. Gute Zutaten einkaufen

Auch der beste Koch scheitert an schlechten Zutaten, und der Anfänger erst recht. Je häufiger man kocht, desto mehr weiß man wirklich gute Zutaten zu schätzen. Natürlich gibt es auch hier eine große Spanne. Das Einzige, was ich dir als angehendem Hobbykoch nahelegen möchte: Nimm einfach nicht das ganz billige Zeug.

Gerade bei Fleisch ist das wichtig. Ehrlich – ich kaufe nicht immer Biofleisch, weil es auch mir manchmal einfach zu teuer ist, oder auch nicht verfügbar. Es muss nicht gleich das Bio-Kobe-Rind sein, aber bitte auch nicht das abgepackte Gulasch für 1,75€ pro Kilo aus dem billig-Discounter. Beim Metzger bekommt man normalerweise vernünftiges Fleisch zu vernünftigen Preisen. Manchmal gibt es auch gutes Biofleisch in Supermärkten. Die Qualität ist in der Regel nach europäischem Standard festgelegt, und sie ist nicht so hoch wie im Demeter-Laden. Aber eine gute und bezahlbare Alternative.

Ich möchte wirklich niemandem, bei dem das Geld knapp ist, ein schlechtes Gewissen machen. Mensch geht immer noch vor Tier – lieber nicht so gut essen als gar nicht. Die Gesundheit sollte dabei aber trotzdem nicht auf der Strecke bleiben. Gerade bei Billigfleisch sind resistente Keime und Antibiotikarückstände ein ständiges Thema. Vielleicht ist es ein guter Kompromiss, etwas weniger Fleisch zu essen und dafür lieber besseres.

Auch der Gemüsekauf ist nicht ganz so einfach. Wer einen guten Bauernmarkt in der Nähe hat, ist zu beneiden. Frischer geht es in der Regel nicht, und die Preise sind meistens sehr moderat. Wer diesen Luxus nicht genießt, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen und sich das Grünfutter im Bioladen besorgen. Das geht allerdings dann richtig ins Geld. Auch bei mir ist das nicht der Standard, und ich erschrecke noch immer regelmäßig, wenn ich für einen kleinen Korb voll Gemüse und Kleinkram 50€ hinblättern soll.

Gute Alternativen sind Gemüsehändler oder das Bio-Regal im Supermarkt. Und – ich bin zwar IT-ler, aber beim Einkauf gibt es für mich kein null oder eins, sondern sehr viel dazwischen. Ich kaufe vielleicht ein Kilo Biotomaten, weil Sommer ist und sie nicht sehr viel mehr kosten als die herkömmlichen, die Bio-Gurke für zwei Euro dreißig ist mir aber dann doch zu teuer. Schau dir die Sachen einfach an, wäge ab, ob sie dir den Preis wert sind, und wenn sie frisch aussehen und am besten noch regional angebaut wurden, greif einfach zu. So entsteht ein guter Mix aus gut und bezahlbar.

8. Nicht entmutigen lassen

Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Dir wird etwas schiefgehen. Vielleicht nicht gleich beim ersten Mal, aber früher oder später wirst du irgendeinen fürchterlichen kulinarischen Bauchklatscher hinlegen. Eigentlich nicht nur einen. Finde dich damit ab und nimm’s leicht. Das passiert jedem. Hier ein paar meiner persönlichen Schnitzer.

Ich hatte mir zu Weihnachten unheimlich Mühe gegeben und kleine Lebkuchen für die ganze Familie gebacken. Schlauerweise hatte ich sie zuerst verschenkt und dann probiert. Sie waren steinhart und absolut nicht genießbar.

Mir sind schon dutzende Sachen angebrannt, Brotteig war außen schwarz und innen matschig, ich habe Essen versalzen, Zutaten vergessen oder Gemüse verkocht (das passiert mir manchmal, wenn ich nebenher noch zu viele andere Sachen erledige).
Und manchmal wird es sogar richtig gefährlich.

Vor einigen Jahren habe ich meine Edelstahlpfanne so heiß werden lassen, dass das Öl darin lichterloh zu brennen anfing. Was macht da der Experte? Richtig – er gießt Wasser drauf (Achtung: Sarkasmus!). Das Feuer brennt dann erst so richtig schön, und das Öl verteilt sich in Form von glühend heißen Spritzern überall in der Küche. Und ich würde es wieder tun, hahaha – in der Panik konnte ich einfach nicht anders…

Beim Schnittlauch schneiden habe ich mir vor Jahren ein Stückchen Fingerkuppe sozusagen semi-professionell chirurgisch abgetrennt. Ich kann euch sagen: So ein Finger kann unglaublich bluten – eine Stunde lang…

Ich hatte vor Jahren einen Topf mit etwas Wasser und einer Zitronenscheibe (darin wollte ich Fisch dünsten) erhitzt und dann komplett vergessen. Die Flüssigkeit war weg, als ich endlich wieder daran dachte. Der Topfboden glühte. Und seitdem weiß ich, dass man Cerankochfelder(vorzugsweise nagelneue) tatsächlich mit Hilfe eines glühenden Topfes schmelzen kann!

In dem jeweiligen Moment habe ich mich natürlich maßlos geärgert. Aber heute kann ich darüber lachen, habe ein paar gute Storys zu erzählen und – koche immer noch leidenschaftlich gern.

9. Sich über das Lob und das gute Ergebnis freuen

Und das ist natürlich das Allerschönste am Kochen. Wenn alles klappt wie geplant, du etwas köstlich duftendes auf den Tisch stellst und dir schon die “aahs ” und “oohs” deiner Gäste Beifall zollen.

Das schönste Lob ist, wenn du nach dem Rezept gefragt wirst, oder danach, wie du dies oder jenes gemacht hast. Und natürlich, wenn jemand dir direkt sagt, wie toll dein Essen war. Oder wenn dein Partner dir nach der Feier zuflüstert “das hast du ganz toll gemacht”.

Egal, ob es ein Essen zu zweit oder eine kleine Feier mit Freunden oder Familie ist – wenn alle so richtig satt und glücklich sind, fühlst du dich wie ein kleiner Gott. Du hast etwas Wertvolles aus dem Nichts erschaffen und ein paar Menschen richtig glücklich gemacht. Du darfst dich also in dem Fall ruhig auch ein bisschen selbst loben, denn du hast etwas geschafft, das viele Menschen heutzutage leider nicht mehr können oder das ihnen zu mühsam erscheint.

Fazit – Die 9 Schritte zum Hobbykoch:

Kochen ist gar nicht so schwer wie viele glauben. Fang also einfach damit an, und zwar richtig:

  1. Ziel setzen – was möchtest du eigentlich erreichen?
  2. Playlist generieren – der erste Schritt für gute Laune beim Schwingen des Kochlöffels.
  3. Zubehör einkaufen, denn ohne Zauberstab kommt nicht einmal Harry Potter aus!
  4. Inspirieren lassen. Nach dem Kuss der Muse gehst du richtig motiviert ans Werk!
  5. Freunde oder den Partner bekochen, denn Kochen für eine Person ist nur der halbe Spaß.
  6. Zeit und Geduld – vergiss die zwei wichtigsten Zutaten nicht!
  7. Gute Zutaten einkaufen, denn Qualität ist das A und O beim Kochen.
  8. Gib niemals auf – kleine Pleiten beim Kochen ergeben oft die besten Stories.
  9. Freu dich über das leckere Essen und das Lob der Gäste.

Andere Leser würden sich sicherlich über einen kleinen Kommentar zu deinen Erfahrungen freuen. Ebenso wie ich!
Ich wünsche dir und deinen Mikroben viel Erfolg und Gesundheit!

Kochmuffel?

Sieben Gründe, selbst zu kochen

Dinner in the Dark - Das Mikrobiom-Kochbuch

Kochen mit Leidenschaft
für Mensch und Mikroben